# Call-ID-Spoofing: Wenn die angezeigte Nummer gefälscht ist

> Call-ID-Spoofing heißt, dass ein Anrufer eine fremde oder erfundene Nummer als Absender anzeigen lässt. Seit Dezember 2022 müssen Netzbetreiber Anrufe mit 110, 112 oder Premiumnummern im Display abbrechen und deutsche Nummern auf Anrufen aus dem Ausland unterdrücken. Ganz verhindert ist Spoofing damit nicht. Leg im Zweifel auf und ruf über eine selbst herausgesuchte Nummer zurück.

- URL: https://nummernindex.de/spam-und-betrug/call-id-spoofing/
- Sprache: de
- Aktualisiert: 2026-10-19
- Herausgeber: Nummernindex (OnlineBuilders LLC, https://onlinebuilders.biz)

Es klingelt, und im Display steht die Nummer deiner Bank, deiner Stadtverwaltung oder sogar deine eigene. Das muss nichts heißen. Die angezeigte Nummer ist eine Angabe, die der Anrufer mitschickt, kein Ausweis. Die Bundesnetzagentur schreibt es deutlich: Absenderrufnummern können gefälscht sein und sind nicht uneingeschränkt vertrauenswürdig.

## Was Call-ID-Spoofing ist

Beim Spoofing ersetzt der Anrufer die eigene Nummer durch eine andere. Laut Bundesnetzagentur muss er sich diese Nummer dafür weder kaufen noch freischalten lassen. Es reicht, sie technisch als Absender einzutragen. Betroffen sind echte Nummern, auch ausländische, deren Inhaber mit dem Anruf nichts zu tun haben, und Fantasienummern, die gar nicht vergeben sind.

Die Hintergründe reichen laut Behörde von Spaßanrufen bis zu Betrug. Polizeiliche Beratungsstellen beschreiben, wie Täter bei der Masche [falscher Polizeibeamter](https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/betrug-durch-falsche-polizisten/) gezielt eine Nummer mit der Vorwahl des Angerufenen anzeigen lassen. Wer seine eigene Ortsvorwahl sieht, fühlt sich sicherer und hebt eher ab.

Rechtlich ist die Lage klar. [§ 120 TKG](https://www.gesetze-im-internet.de/tkg_2021/__120.html) verlangt, dass als Anrufernummer eine Nummer übermittelt wird, die dem Anrufer zugeteilt ist. Zusätzliche Nummern darf nur aufsetzen, wer ein Nutzungsrecht daran hat. Verboten ist Spoofing also schon lange. Das Problem war die Durchsetzung, denn ein Gesetz hält niemanden auf, der aus einem anderen Land über mehrere Netze hinweg anruft und für deutsche Behörden praktisch unerreichbar ist.

## Gefälscht oder nur unterdrückt: ein wichtiger Unterschied

Nicht jeder Anruf ohne Nummer ist Spoofing. Eine Rufnummer zu unterdrücken ist erlaubt. Nach § 15 TDDDG darf jeder Anrufer seine Nummer dauerhaft oder für einzelne Anrufe ausblenden, und du darfst solche Anrufe ebenso einfach abweisen. Arztpraxen, Behörden und Privatleute machen davon Gebrauch.

Eine Ausnahme gibt es. Wer zu Werbezwecken anruft, darf die Nummer nicht unterdrücken. Das Gesetz verlangt, dass dir die echte, zugeteilte Nummer übermittelt wird. Verstöße kann die Bundesnetzagentur mit Bußgeldern bis zu 300.000 Euro ahnden.

Spoofing ist etwas anderes. Hier siehst du eine Nummer. Sie stimmt nur nicht. Das macht es gefährlicher als jede unterdrückte Nummer, denn eine bekannte Nummer weckt Vertrauen, während „Unbekannt“ eher Misstrauen auslöst.

## Was seit dem 1. Dezember 2022 technisch blockiert wird

Seit diesem Stichtag gelten zwei Schutzmechanismen, die alle beteiligten Netzbetreiber umsetzen müssen.

**Was Netzbetreiber seit Dezember 2022 tun müssen**

| | Was passiert | Grundlage |
|---|---|---|
| 110 oder 112 als Absender | Anruf wird abgebrochen | § 120 Abs. 3 |
| 0900, 0137, 118xy, Kurzwahl als Absender | Anruf wird abgebrochen | § 120 Abs. 3 |
| Deutsche Nummer, Anruf aus ausländischem Netz | Anzeige wird unterdrückt | § 120 Abs. 4 |
| Deutsche Handynummer im Roaming | Anzeige bleibt erhalten | Ausnahme in § 120 Abs. 4 |
| Ausländische Nummer, Anruf aus dem Ausland | wird normal angezeigt | keine Regelung |

Quelle: § 120 Abs. 3 und 4 TKG; Bundesnetzagentur, Manipulation von Rufnummern

Der zweite Punkt ist der wirksamere. Viele gefälschte Anrufe kamen laut Bundesnetzagentur aus dem Ausland oder wurden über ausländische Netze geleitet. Seit der Neuregelung erscheint bei solchen Anrufen keine deutsche Nummer mehr, sondern „Unbekannt“ oder „Anonym“. Die Behörde hat damals ausdrücklich vor mehr Anrufen ohne Nummer gewarnt. Nicht jeder davon ist unseriös, aber ein Betrüger kann sich so nicht mehr mit deiner Ortsvorwahl tarnen.

Zur 110 ist die Behörde unmissverständlich: Es gibt keine Anrufe, bei denen die Notrufnummer rechtmäßig als Absender angezeigt wird. Über die Notrufnummer lassen sich gar keine Anrufe aufbauen. Polizeidienststellen rufen mit ihren Ortsnetznummern an.

## Welche Lücken bleiben

Spoofing ist seltener geworden. Verschwunden ist es nicht. Drei Lücken solltest du kennen.

Erstens verhindert die Regel für Auslandsanrufe nichts, was innerhalb deutscher Netze passiert. Wer hier Nummern aufsetzt, die ihm nicht gehören, verstößt gegen das Gesetz, wird aber nicht automatisch gestoppt. Die Bundesnetzagentur bekommt weiterhin Beschwerden über Rufnummernmanipulation.

Zweitens schützt die Regelung nur deutsche Nummern. Ein Anruf aus dem Ausland, der eine gefälschte ausländische Nummer zeigt, kommt normal durch. Ausländische Nummern unterliegen nicht der deutschen Nummernverwaltung, und die Verfolgung von Tätern im Ausland ist laut Behörde regelmäßig wenig erfolgversprechend.

Drittens die Roaming-Ausnahme. Deutsche Handynummern dürfen im Ausland weiter angezeigt werden, damit echte Urlauber erreichbar bleiben.

Für dich folgt daraus eine einfache Regel: Glaub der Nummer nicht, glaub dem Weg. Wenn jemand behauptet, von deiner Bank oder der Polizei zu sein, leg auf und ruf selbst an. Und zwar über eine Nummer, die du von der Karte, der Website oder aus dem Telefonbuch kennst. Bei der Polizei wählst du einfach die 110.

## Wenn deine eigene Nummer missbraucht wird

Ein typisches Zeichen: Fremde rufen dich an und sagen, du hättest sie gerade angerufen. Die Bundesnetzagentur beschreibt genau dieses Muster. Wird deine echte Nummer bei einer Werbekampagne mit einem Wählprogramm als Absender aufgesetzt, landen alle Rückrufe bei dir. Selbst wenn die gefälschte Nummer um Ziffern verlängert wurde, kommt der Rückruf bei dir an, weil das Netz überzählige Ziffern einfach abschneidet.

Was du tun kannst:

1. Notiere bei jedem Rückruf den Zeitpunkt und die Nummer der Person, die zurückruft. Ohne diese Angaben gibt es keinen Ermittlungsansatz.
2. Sichere das Anrufprotokoll deines Routers per Screenshot. Manchmal steht dort ein Hinweis auf die tatsächlich genutzte Nummer.
3. Melde den Fall sofort über das spezielle Formular für Rufnummernmanipulation. Die Verkehrsdaten werden laut Behörde in der Regel nach sieben Tagen gelöscht.
4. Wenn die Anrufe einen kriminellen Hintergrund haben, informiere zusätzlich die Polizei.

Die Bundesnetzagentur darf seit dem 1. Dezember 2021 von den beteiligten Anbietern Auskunft verlangen, von welcher Nummer ein Anruf tatsächlich ausging (§ 123 Abs. 3 TKG). Sie priorisiert Fälle aber nach Erfolgsaussicht. Kam keine Verbindung zustande, etwa weil niemand abgenommen hat, speichern die Netzbetreiber in der Regel gar keine Daten. Dann kann auch die Behörde nichts mehr herausfinden.

Und die eigene Nummer wechseln? Das ist die letzte Option. Vorher lohnt ein Gespräch mit deinem Anbieter. Wie die Beschwerde im Detail läuft, steht im Beitrag zur [Beschwerde bei der Bundesnetzagentur](https://nummernindex.de/sperren-und-melden/bundesnetzagentur-beschwerde/).

## Gefälschte Nummern erkennen: die Warnsignale

Eine Garantie gibt es nicht, aber bestimmte Kombinationen sollten dich stutzig machen:

- eine Notruf- oder Behördennummer im Display, verbunden mit Zeitdruck
- deine eigene Nummer oder die eines Familienmitglieds als Anrufer
- eine Bank, die am Telefon nach TAN oder Zugangsdaten fragt
- ein Anrufer, der verlangt, dass du in der Leitung bleibst und niemanden anrufst

Zum Einordnen einer Nummer hilft unser [Werkzeug zur Nummer-Einordnung](https://nummernindex.de/nummer-pruefen/). Es zeigt, ob eine Nummer zu einem Ortsnetz, einem Handy oder einem Sonderbereich gehört. Eine echte Bestätigung des Anrufers kann es nicht liefern, das kann niemand anhand der Nummer allein. Bei angeblichen Polizeianrufen lohnt der Beitrag zum [Schockanruf](https://nummernindex.de/spam-und-betrug/schockanruf-falsche-polizei/), denn dort wird Spoofing besonders oft eingesetzt.

Für Unternehmen ist Spoofing doppelt unangenehm: Kunden werden im Namen der Firma betrogen, und die eigene Hotline wird mit Rückrufen überflutet. Wer sich dagegen aufstellen will, sollte Telefonie in seine Sicherheitsplanung aufnehmen, zum Beispiel mit Unterstützung im Bereich [Cyber Security](https://onlinebuilders.biz/solutions/cyber-security).

Am meisten bringt dir jetzt eine kleine Vorbereitung: Speichere die echten Servicenummern deiner Bank und deiner Krankenkasse im Adressbuch. Dann hast du im Ernstfall eine verlässliche Nummer für den Rückruf parat und musst nicht der Anrufliste vertrauen.

## Häufige Fragen

### Kann die Polizei mit 110 im Display anrufen?

Nein. Über die 110 lassen sich keine Anrufe aufbauen. Polizeidienststellen rufen mit ihren normalen Ortsnetznummern an. Seit Dezember 2022 müssen Anrufe mit 110 als Absender abgebrochen werden.

### Meine Nummer wird für Spam benutzt. Bin ich gehackt?

Nicht unbedingt. Für Spoofing muss niemand Zugriff auf deinen Anschluss haben, die Nummer wird einfach als Absender eingetragen. Melde den Fall mit konkreten Angaben schnell der Bundesnetzagentur.

### Warum muss ich Spoofing so schnell melden?

Verbindungsdaten werden bei den Anbietern laut Bundesnetzagentur in der Regel nach sieben Tagen gelöscht. Danach lässt sich der Ursprung eines Anrufs kaum noch ermitteln.

### Ist Spoofing strafbar?

Das Übermitteln fremder Nummern ist nach § 120 TKG verboten. Ob zusätzlich eine Straftat vorliegt, etwa Betrug, prüfen Polizei und Staatsanwaltschaft. Bei kriminellem Hintergrund ist die Polizei der erste Ansprechpartner.

Foto: Ismael Olea, CC BY 4.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Telephone_switchboard_01.jpg)