Handy-Vorwahlen: Welche Nummer zu welchem Netz gehört

Redaktion Nummernindex Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Deutsche Handynummern beginnen mit 015, 016 oder 017. Die Vorwahl zeigt, welchem Netzbetreiber der Nummernblock ursprünglich zugeteilt wurde, etwa 0151 und 0171 der Telekom, 0152 und 0172 Vodafone, 0176 und 0157 Telefónica. Weil man Handynummern zu anderen Anbietern mitnehmen kann, verrät die Vorwahl das aktuelle Netz nicht sicher.

Rot-weißer Mobilfunkmast mit Richtfunkantennen zwischen Kiefern vor blauem Himmel
Foto: Santeri Viinamäki, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Früher galt in vielen Freundeskreisen eine einfache Regel: 0176 ist O2, also lieber vom Festnetz anrufen, weil es billiger ist. Die Regel ist doppelt veraltet. Die meisten Tarife kennen keinen Preisunterschied zwischen den Netzen mehr, und die Vorwahl sagt über das heutige Netz einer Nummer nur noch, wo sie einmal angefangen hat.

Welche Handyvorwahlen es in Deutschland gibt

Rufnummern für Mobile Dienste liegen in den Bereichen 015, 016 sowie 017. Die Bundesnetzagentur teilt sie in Blöcken an Netzbetreiber und Mobilfunkanbieter zu. Die Blöcke sind unterschiedlich groß: Manche bestehen aus drei Ziffern wie 0170, andere aus fünf wie 01555.

Die aktuelle Zuteilungsliste der Behörde umfasst 80 Blöcke. Hier die wichtigsten, gruppiert nach den drei großen Netzbetreibern und den Anbietern mit eigenen Blöcken:

Handyvorwahlen und ihre ursprüngliche Zuteilung
KriteriumZugeteilt anBeispiele
0151, 0160, 0170, 0171, 0175Telekom Deutschlandauch 01511 bis 01518x, 015410
0152, 0162, 0172, 0173, 0174Vodafone0152 ohne 01521
0157, 0159, 0163, 0176 bis 0179Telefónica Germany (O2)01579 mit Sipgate Wireless
01555, 015561&1 MobilfunkBlöcke 015550 bis 015569
01521Lycamobileeigener Block innerhalb 0152
015510, 015511Lebaraeigene Blöcke
0164, 0168, 0169e*Message (Funkruf)Pager, kein Handy

Quelle: Bundesnetzagentur, Liste der zugeteilten Rufnummernblöcke Mobile Dienste (Stand Oktober 2026)

Daneben gibt es kleinere Blöcke für Anbieter wie spusu, MTEL oder Argon Networks. Die vollständige Liste steht als CSV-Datei auf der Seite der Bundesnetzagentur zu Mobilen Diensten.

Ein Detail, das oft untergeht: Telefónica besitzt durch die Übernahme von E-Plus auch die früheren E-Plus-Blöcke 0157 und 0163 sowie 0177/0178. Deshalb hat O2 heute mehr unterschiedliche vierstellige Handyvorwahlen als Telekom oder Vodafone.

Erkennt man am Präfix das Netz?

Nein, jedenfalls nicht sicher. Seit Handynummern zu einem anderen Anbieter mitgenommen werden können, ist die Vorwahl nur noch ein Hinweis auf die ursprüngliche Zuteilung. Die Rufnummernmitnahme regelt heute § 59 TKG. Der aufnehmende Anbieter organisiert den Wechsel, und die Nummer darf höchstens einen Arbeitstag lang nicht erreichbar sein.

Eine 0171 kann also heute bei Vodafone laufen, eine 0176 bei der Telekom. Unser Werkzeug zur Nummer-Einordnung sagt dir deshalb nur „Mobilfunk“ und nennt keinen Netzbetreiber. Alles andere wäre geraten.

Für den Alltag spielt das kaum noch eine Rolle. Interessant ist die ursprüngliche Zuteilung aber in zwei Situationen. Erstens, wenn du eine Auskunft willst: Die Bundesnetzagentur nennt bei Mobilfunknummern auf Anfrage das Unternehmen, dem der Block zugeteilt ist. Einen Anspruch darauf, vom Unternehmen den Namen des Kunden zu erfahren, gibt das TKG dir aber nicht. Zweitens bei Betrugs-SMS: Die Behörde kann Nummern abschalten lassen, und dafür muss sie den richtigen Anbieter finden.

So läuft die Mitnahme deiner Handynummer

Wenn du selbst den Anbieter wechselst, gelten feste Regeln aus § 59 TKG. Der neue Anbieter leitet den Wechsel, der alte muss mitarbeiten. Beide dürfen den Wechsel weder verzögern noch ohne deinen Auftrag durchführen.

Die Unterbrechung darf höchstens einen Arbeitstag dauern. Dauert sie länger, steht dir vom abgebenden Anbieter für jeden weiteren Arbeitstag eine Entschädigung zu: 10 Euro oder 20 Prozent des vereinbarten Monatsentgelts, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Das steht so im Gesetz, du musst es aber selbst einfordern.

Ein praktischer Punkt, den viele übersehen: Bis der Wechsel abgeschlossen ist, rechnet der alte Anbieter weiter ab, nach Vertragsende allerdings mit halbiertem Anschlussentgelt. Wer kündigt und die Mitnahme vergisst, riskiert dagegen, dass die Nummer verloren geht: Beantragen kannst du sie laut § 59 TKG nur bis einen Monat nach Vertragsende. Plane die Portierung deshalb gleich bei der Kündigung mit ein.

Für Anrufer ändert sich durch die Mitnahme nichts. Die Nummer bleibt gleich, nur das Netz dahinter ist ein anderes. Genau deshalb ist jede Netz-Angabe auf Basis der Vorwahl eine Schätzung.

Handynummer oder Festnetz: was der Unterschied kostet

Für Anrufe auf Handynummern gibt es keine gesetzliche Preisobergrenze wie bei 0180 oder 0900. Der Preis ergibt sich allein aus deinem Tarif. In Allnet-Flatrates sind Anrufe in alle deutschen Mobilfunknetze in der Regel enthalten. Ältere Festnetzverträge ohne Mobilfunk-Flat rechnen dagegen oft pro Minute ab.

Ein rechtlicher Unterschied besteht bei Warteschleifen. § 115 TKG erlaubt Warteschleifen ohne weitere Bedingungen nur bei kostenlosen Nummern und Ortsnetznummern sowie bei Nummern für mobile Dienste (015/016/017). Wer eine Hotline über eine Handynummer anbietet, darf dich also warten lassen, als wäre es ein Festnetzanschluss.

Und aus dem Ausland? Dann fällt die 0 weg, wie bei jeder deutschen Nummer. Aus 0171 2345678 wird +49 171 2345678. Diese Schreibweise solltest du auch in deinem Adressbuch verwenden. Sie funktioniert im Inland genauso, und dein Telefon erkennt den Kontakt auch dann, wenn du im Urlaub bist und die Nummer international übermittelt wird. Mehr zur Schreibweise steht im Beitrag zur Ländervorwahl 0049.

Woran du echte Handynummern von Fälschungen unterscheidest

Eine deutsche Handynummer im Display heißt nicht automatisch, dass jemand aus Deutschland anruft. Deutsche Mobilfunkkunden im Ausland dürfen ihre Nummer im Roaming weiter anzeigen lassen. Das ist die eine Ausnahme von einer Regel, die seit Dezember 2022 gilt: Kommt ein Anruf aus einem ausländischen Netz, darf keine deutsche Nummer angezeigt werden. Die Anzeige wird unterdrückt.

Für Betrüger ist die Handynummer deshalb vor allem in Messengern und per SMS interessant. Laut Bundesnetzagentur betrafen 2024 rund 60 Prozent aller Beschwerden über Rufnummernmissbrauch unerwünschte SMS und Messenger-Nachrichten. Von den rund 6.500 Nummern, die die Behörde 2024 abschalten ließ, stammten laut eigener Mitteilung vor allem solche aus SMS- und Messenger-Fällen, etwa wenn sich Betrüger als Verwandte mit neuer Nummer ausgaben.

Eine gesunde Grundhaltung: Eine neue Handynummer eines Familienmitglieds prüfst du über die alte Nummer oder einen Rückruf auf einem bekannten Weg. Kommt danach eine Bitte um Geld, ist das fast immer Betrug. Wie du so eine Nummer meldest, steht im Beitrag zur Beschwerde bei der Bundesnetzagentur.

Was die Länge einer Handynummer bedeutet

Handynummern sind nicht alle gleich lang. Laut Nummernplan haben sie ohne die führende 0 zehn oder elf Ziffern. In den alten Bereichen 0160, 0162, 0163 und 017 kommen beide Längen vor, in den 015er-Blöcken sind es elf. Eine Nummer, die dir zu kurz oder zu lang vorkommt, ist deshalb nicht automatisch gefälscht. Vergleiche lieber, ob die Vorwahl überhaupt in der Liste vorkommt: Die Präfixe 0161 und 0165 bis 0167 etwa sind laut Nummernplan Reserve. Taucht so eine Nummer im Display auf, stimmt etwas nicht.

Auch Maschinen haben Handynummern. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Rufnummern für Mobile Dienste auch für Machine-to-Machine-Kommunikation genutzt werden, also für vernetzte Geräte ohne Menschen am anderen Ende. Nicht jede Handynummer gehört zu einem Smartphone.

Wer eine App mit SMS-Bestätigung oder Rückrufen baut, muss Handynummern sauber normalisieren und darf sich nicht auf die Vorwahl als Netzangabe verlassen. Beim Bau solcher Funktionen hilft ein Studio mit Erfahrung in App-Entwicklung.

Was du jetzt tun kannst: Wenn dich eine unbekannte Handynummer angerufen hat, lies den Beitrag Unbekannte Nummer hat angerufen, bevor du zurückrufst. Und wenn du Vorwahlen grundsätzlich besser lesen willst, hilft der Überblick über alle deutschen Vorwahlen.

Häufige Fragen

Welches Netz ist 0176?

Der Block 0176 ist Telefónica (O2) zugeteilt. Die Nummer kann aber inzwischen zu Telekom, Vodafone oder 1&1 mitgenommen worden sein. Sicher ist nur die ursprüngliche Zuteilung.

Gehören 0160 und 0170 zur Telekom?

Ja, laut Liste der Bundesnetzagentur sind 0160, 0170, 0171 und 0175 der Telekom Deutschland zugeteilt, dazu Blöcke mit 0151. Auch hier gilt: Die Nummer kann portiert sein.

Sind Anrufe auf Handynummern teurer als ins Festnetz?

In den meisten Allnet-Flatrates nicht. Ohne Flatrate oder in alten Festnetztarifen kann ein Anruf ins Mobilfunknetz pro Minute mehr kosten. Das regelt dein Tarif, nicht die Vorwahl.

Was bedeutet 0164 oder 0169?

Das sind keine Handynummern im üblichen Sinn, sondern Funkruf-Nummern, also Pager. Die Blöcke 0164, 0168 und 0169 sind laut Nummernplan e*Message zugeteilt.